Einer (Max) fängt immer an
- 17. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Wer Max und Moritz eine Weile beobachtet, merkt schnell: Die beiden sind nicht nur gemeinsam auf der Z-Ranch eingezogen. Sie haben offenbar auch beschlossen, ihren Alltag möglichst ähnlich zu gestalten.
Sie stehen zusammen, fressen zusammen und ruhen zusammen. Schüttelt sich Max, schüttelt sich kurz darauf auch Moritz. Entdeckt Max etwas Interessantes, muss Moritz selbstverständlich ebenfalls nachsehen.
Meistens ist das harmlos. Manchmal allerdings wäre es besser, wenn Moritz nicht ganz so aufmerksam von seinem Freund lernen würde.

Leider ein gewöhnlicher Morgen auf dem Paddock
Max und Moritz warten darauf, dass endlich der Weg zur Koppel geöffnet wird. Das Heu kann mit dem Gras dort draußen nicht mithalten. Und die Hühner, die unter dem Weidezelt ihren Geschäften nachgehen, sind aus Sicht zweier junger Pferde offenbar auch keine besonders aufregende Gesellschaft.
Also sucht Max sich eine andere Beschäftigung.
Seine Wahl fällt auf einen der Holzpfosten am Weidezelt. Als sich dort die ersten deutlichen Knabberspuren zeigen, wird die betroffene Stelle kurzerhand von mir mit Panzerband umwickelt. Max lässt sich davon jedoch nicht beeindrucken. Entweder bearbeitet er das Band, bis es nachgibt, oder er sucht sich gleich das nächste freie Stück Holz.
Und es dauert nicht lange, bis Moritz neben ihm fröhlich mitknabbert.
Keine Frage des Geschmacks
Das Panzerband erweist sich damit nicht als Lösung, sondern lediglich als vorübergehendes Hindernis. Also folgt der nächste Versuch: Der Pfosten wird an den erreichbaren Stellen mit Chilipaste eingestrichen. Die Hoffnung ist einfach. Was scharf und unangenehm schmeckt, wird vermutlich nicht noch einmal angeknabbert.
Max und Moritz sehen das weniger streng. Sie probieren, schlotzen ein wenig am Holz herum – und machen anschließend weiter wie zuvor. Besonders gut scheint die Chilipaste zwar nicht zu schmecken. Abschreckend genug ist sie aber offenbar auch nicht.
Erst als der Pfosten vollständig mit Abstand durch ein Stromband geschützt wird, endet das gemeinsame Beschäftigungsprogramm. Max muss sich eine neue Idee suchen. Und Moritz vorsichtshalber gleich mit.
Am Tatort eingeschlafen
Der Pfosten ist inzwischen gesichert, das Holzknabbern beendet. Und Moritz?
Der liegt direkt daneben und schläft. Von Einsicht keine Spur, von schlechtem Gewissen offenbar ebenso wenig.
Der umgeworfene Flexitrog neben seinem Kopf verrät allerdings, dass die Ruhe erst nach dem nächsten Blödsinn eingekehrt ist.
Denn manchmal fängt Max an. Und manchmal hat Moritz längst selbst gute Ideen.

